Fashion-Week 2013 in Kopenhagen: Skandinavische Mode kann sich erfolgreich emanzipieren

August 19, 2013 in Mode von lotte

Fashion-Week New York

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Bei Mode und den großen Fashion-Weeks denken die meisten Menschen sicherlich zuerst an Städte wie New York, Mailand, London oder Paris. Doch schon seit einigen Jahren ist die Fashion-Week in Kopenhagen auf dem aufsteigenden Ast. Die großen skandinavischen Häuser nutzen sie als Sprungbrett, um sich mit ihrer Mode von ihren europäischen und nordamerikanischen Kollegen zu emanzipieren. Das Event in Kopenhagen gilt als Geheimtipp auf der Suche nach neuen und unverbrauchten Designern, die noch begeistern können. Vom 7. bis zum 11. August fand die Fashion-Week erneut in der dänischen Hauptstadt statt und es gelang den Teilnehmern einmal mehr, sich aus dem Windschatten der großen Namen zu befreien.

Fashion-Week Paris

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Die anwesenden Designer beweisen:

Kopenhagen ist längst keine No-Name-Veranstaltung mehr Als die Fashion-Week in Kopenhagen das erste Mal ausgerichtet wurde, taten sich selbst die besten Designer Skandinaviens schwer damit, hier ihre neueste Mode zu präsentieren. Das Event schien einfach zu weit ab vom Schuss zu sein, um die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Veranstaltung 2013 beweist, dass diese Tage längst vorbei sind. Große Labels wie Henrik Vibskov, Wood Wood oder auch Ann Sophie Madsen nahmen Teil und zeigten zum Teil wirklich spektakuläre und dennoch alltagstaugliche Entwürfe, die bewiesen, dass die Skandinavier „eine Bereicherung für den globalen Modebetrieb sind“, wie die Vogue anschließend schreiben sollte.

 

Mark Kenly Domino Tan setzt den ersten Höhepunkt

Erstmals nahm Mark Kenly Domino Tan an der Fashion-Week in Kopenhagen teil. Er durfte seine Models als erster auf den Laufsteig schicken und setzte damit gleich zu Beginn einen echten Höhepunkt. Herzstück seiner Mode waren Midi-Bleistiftröcke, die mit einem perfekten Sitz überzeugten und von Mänteln mit einem großzügig geschnittenen Cape abgerundet wurden. Der Designer vertraute dabei auf Neopren als Material und verwendete die Farben Orange und Nachtblau. Ihm gelang so die gelungene Mischung aus skandinavischer Klasse und südländischer Lebensfreude. Die Mode des Designers folgt einem strengen Konzept, ohne dabei die notwendige Eleganz vermissen zu lassen. Insbesondere die Röcke strahlten aber auch einen Hauch von Sinnlichkeit ab. Die Kreationen von Mark Kenly Domino Tan machen Lust auf mehr.

Ann Sophie Madsen bleibt sich treu – und überrascht wieder

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Die in Deutschland bekannteste Teilnehmerin an der Fashion-Week in Kopenhagen dürfte  Ann Sophie Madsen sein. Das Label der Dänin steht nach der Worten der Vogue für „düsteren Futurismus“. Dabei zeichnet ihre Mode eine extrem hohe Funktionalität aus. Wie üblich überzeugte  Ann Sophie Madsen mit messerscharfen Entwürfen. Dabei begeisterten vor allem die schwarzen Biker-Westen sowie die Bustiertops. Letztere verfügten über einen freien Rücken. Doch die Dänin kann nicht nur düstere Mode entwerfen. Die weiten Baggyhosen sorgten für eine große Überraschung und viel Zustimmung in Kopenhagen. Gleiches galt für ihre Overknee-Gamaschen. Diese dürften eigentlich nur eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, doch Ann Sophie Madsen entwarf diese mit so viel Geschick, dass sie auch andere Frauen dazu einladen dürften, den modischen Stilbruch zu begehen.

Wood Wood setzt auf Einfachheit

Wer in Deutschland angesagte Mode sucht, die durch Einfachheit überzeugt, ohne dabei die nötige Klasse vermissen zu lassen, sollte sich einmal bei Wood Wood umsehen. Das Label präsentierte in Kopenhagen gestreifte Jacken aus Jeansstoff, Radlerhosen, hellblaue Pyjama und sogar Fischerhütchen. Wood Wood hatte für seine Show bewusst die monumentale Glyptothek gewählt, um so einen gelungenen Kontrast zwischen der einfachen Mode und der beeindruckenden Kulisse zu setzen. Die anwesenden Zuschauer waren begeistert, als die Models vorbeizogen. Keinesfalls dürfe man die neue Mode von Wood Wood trotz ihrer Einfachheit als schlicht bezeichnen, gaben sie anschließend zu Protokoll. Dem Label sei es vielmehr gelungen, den Beweis anzutreten, dass man auch mit einfachen Mitteln Fashion entwerfen könne, mit der man sich auch stilsicher in einer solchen Umgebung bewegen dürfe.

Fazit:

Die Vorfreude auf 2014 wächst bereits jetzt Die Besonderheit der Mode aller Designer in Kopenhagen war und ist, dass ihre Stücke auch von den Menschen auf der Straße, bei feierlichen Anlässen oder bei einfachen Lifestyle-Events getragen werden können. Damit ist den Skandinaviern die Emanzipation von den Shows in Mittel- und Südeuropa sowie Nordamerika gelungen. Wer junge, unverbrauchte und ambitionierte Mode sucht, darf sich schon jetzt auf Kopenhagen 2014 freuen.